16. August 2010
Am 5. August bereits wurden bei einem Minenunglück in Nordchile, in der Region Atacama 33 Minenarbeiter verschüttet. Bis heute laufen Rettungsarbeiten, aber es gibt seit dem Unglück keinen Kontakt zu den Arbeitern. Die Region ist, wie fast der gesamte Norden Chiles hauptsächlich vom Bergbau abhhängig. Die Mine San José ist eine der mittelgroßen Minen der Region in der Gold und Kupfer abgebaut wurde, bisher. Das Unglück ist vermutlich auf schwere Sicherheitsmängel zurückzuführen. Bereits vor einigen Jahren wurde die Mine aufgrund dieser Mängel geschlossen, dann aber wieder freigegeben. Nun sind einige Bereiche des Stolles eingebrochen und es gibt keine Rettungsschächte noch einen begehbaren Luftschaft. Es wird mit Sonden gearbeitet,um zumindest Kontakt zu den Eingeschlossenen herzustellen. Noch gibt es aber keine Sicherheit über den Aufenthaltsort, Überlebende, Verletzte…..Die Arbeiten gehen weiter!
Der bekannt Abenteurer Michael Martin ist nun in Südamerika unterwegs. Einge erste Fotos dieser ersten Etappen durch Peru und Chile gibt es auf Spiegel Online zu sehen. Gestartet ist er in Lima und nun geht es immer Richtung Süden an der Pazifikküste entlang. Die meiste Zeit geht es also durch Chile immer auf der Ruta 5. Martin macht einige Abstecher ins Inland und zeigt tolle Bilder aus der Atacama, San Pedro de Atacama und den Geisterstädten der Salpeterära.
7. Mai 2010
Heute Nacht gab es nun den ersten Regen in diesem Jahr. Hier in Santiago lange erwartet, in den Erdbebengebieten gefürchtet. In der siebten und achten Region hat es die ganze Nacht geregnet. Ein Großteil der Bevölkerung dort lebt noch immer in Zelten, selbstgebauten Hütten oder auch den Übergangshütten, den Mediaaguas. Die Regierung hat 40.000 Mediaaguas versprochen, bisher sind nur ca. ein Drittel dieser Hütten gebaut worden. Zudem hat sich in dieser Nacht herausgestellt, dass diese Holzhäuser nicht die geforderte Qualität haben. Viele haben undichte Dächer und eine unzureichende Isolation. Die erste Regennacht hat tausende von Menschen wieder zurückgeworfen. Die versprochen Schutzdächer bieten nicht wirklich einen Schutz. Alles ist durchnässt und die Regen- bzw. Schneesaison beginnt gerade erst. Verständlich dass die Betroffenen schnelle Lösungen fordern.
Auf den Bergen hier ist der erste Schnee gefallen. Die Kordillere glänzt schön weiß in der Sonne….
14. April 2010

Biogärten in Santiago

Blick über Weinberge auf die Kordillere

Der Mapocho fliesst durch Santiago

Kirche Los Dominicos

Cerro Santa Lucia
29. März 2010
Heute jährt sich zum 25. mal der Tag der Ermordung der Brüder Vergara Toledo. Die beiden Jugendlichen wurden zur Zeit der Pinochet-Diktatur festgenommen nachdem sie undweitere Jugendlich angeblich einen Überfall auf ein Geschäft verübt hatten. Bis heute sind die Gründe und die Umstände der Festnahme ungeklärt. Es gibt viele verschiedene Versionen, je nach persönlichger politischer Ausrichtung und Tageszeitung. Sicher ist aber, dass beide Brüder, diese nicht überlebt haben. Sie wurden festgenommen und übelst gefoltert. In Erinnerung an diese beiden Brüder protestieren bis heute zahlreiche Jugendliche und linkgerichtete Anhänger und Freunde der beiden bzw. der Familie. Leider kommt es immer wieder zu Straßenschlachten mit der Polizei, zu Plünderungen und Zerstörungen. Dieses ist natürlich von der Familie Vergara Toledo niemals gewünscht bzw. auch scharf verurteilt worden. Die Angehörigen erinnern im kleinen Kreis mit einer Andacht.
Die Straßenkämpfe finden aber in jedem Jahr erneut statt. Die Geschäfte schließen vorzeitig und werden verbarrikadiert, ebenso wie Tankstellen und Apotheken. Die Polizeipräsenz ist stark erhöht worden an diesem Montag. Noch ist es ruhig, aber für den Abend sind Ausschreitung zu erwarten und die Menschen in den “gefährdeten” Stadtteilen bleiben lieber zuhause. Sorgen macht der vom Erdbeben liegengebliebene Schutt auf den Straßen, der vermutlich in diesem Jahr und in der kommenden Nacht als Waffe dienen wird. …..Wichtig ist es zu erinnern!!! Trotzdem sollte es nicht in Form von diesen Ausschreitungen sein.
21. März 2010
Viele Chileinteressierte fragen sich nach den Ereignissen der letzten Wochen bestimmt, ob es möglich und auch erwünscht ist nach Chile zu reisen. Unbedingt!! Natürlcih hat das Erdbeben das Land sehr hart getroffen und viele regionen sind sehr zerstört worden. Trotzdem ist der Tourismus und besonders die großen Touristenzentren nicht von den Schäden betroffen. Der Flughafen ist zwar noch ein Provisorium, aber alle Flüge können starten und landen und auch die Abfertigung funktioniert ohne Probleme. Die landschaftlichen Hightlights wie San Pedro de Atacama und auch der Torres del Paine haben keine Schäden zu beklagen, dort war das Beben noch nicht einmal zu spüren. Auch die Reisen im Land sind möglich, die Flughäfen funktionieren und auch die Autobahnen sind befahrbar. Für die Sicherheit aller Touristen ist gesorgt! Die Hotels sind erbebensicher, auch wenn sicherlich in den nächsten Jahren kein so starkes Beben auftreten wird. Und auch die allgemeine Sicherheit in Chile ist gewährleistet. Das Land ist nach wie vor ein ruhiges und sicheres Reiseland.
Es wäre schön, wenn dieses tragische Ereignis nicht den Tourismus zum Erliegen bringt. Dieser Wirtschaftszweig ist sehr wichtig in Chile, ein wichtiger Devisenbringer der besonders in dieser schweren Wiederaufbauphase dringend gebraucht wird.
11. März 2010
Der 11. März 2010 ist ein historischer Tag in der Politik Chiles. Nach 20 Jahren Regierung muss die Mitte-Links Koalition, die “Concertación” nun ihren Platz räumen und an die Konservativen-Rechten um Neu-Präsident Pinera abgeben. Die Concertación regierte seit 1990, nach der Pinochet-Diktatur. Unter den Präsident/innen Aylwin, Frei, Lagos und Bachelet konnte Chile zur Demokratie zurückkehren. Besonders die nun scheidende Präsidentin Michelle Bachelet hatte in den letzten Regierungsjahren eine Zustimmung von 84 % unter anderem weil sie sich besonders auch für Frauen und ein insgesamt gerechteres und soziales Chile eingesetzt hat. Bachelet konnte zudem während der Währungskrise und dem letzten Erdbeben “punkten”. Die Amtsübergabe heute wurde heute von starken Nachbeben gestört. Der Nationalkongress in Vina del Mar musste aufgrund der Beben evakuiert werden. In der Moneda in Santiago wurde Bachelet von tausenden von Chilenen verabschiedet mit der Bitte im Jahr 2014 wieder zur Wahl anzutreten. Auch MinisterInnen und StaatssekretäInnen konnten kaum die Tränen zurückhalten. Es ist zu bezweifeln, dass Pinera ebenso aufgenommen wird. Sein Hauptaugenmerk liegt auf wirtschaftlichen Fragen und der Bekämpfung der Kriminalität. Bei der Amtsübergabe erntete er zudem viel Kritik für seine nicht verkauften LAN-Aktien. Pinera besitzt noch immer über 26 % der Aktien der chilenischen halbstaatlichen Fluglinie, der er eigentlich bis zum heutigen Tag verkauft haben sollte. Viele Chilenen fürchten, dass soziale Errungenschaften der letzten Jahr nun gestrichen werden, wie z.B. ein Bonus für ärmere Familien zum Schulbeginn oder kostenlose Babyausstattungen für Mütter.
6. März 2010
Seit Freitagabend 22 Uhr chilenischer Zeit läuft die Aktion “Chile ayuda a Chile”. Nicht nur chilenische Künstler, sonder Musiker aus aller Welt unterstützen die Aktion. Bis Samstagabend sollen bis zu 15.000 Millionen chilenische Pesos gespendet werden, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Nach Regierungsangaben wird es mindestens vier Jahre dauern, bis ein akzeptabler Zustand in den am schwersten betroffenen Regionen wiederhergestellt ist.
In Deutschland können Spenden auf folgendes Konto bei der Dresdner Bank Hagen eingezahlt werden:
Georg-Kraus-Stiftung/Fair Chile
Stichwort: Hilfe für Erdbebenopfer
923 688 000 Kontonummer
450 800 60
Das Konto gehört zu Trekkingchile bzw. dem Projekt Fair Chile welches aus der Region Talca kommt. Dort wird den Opfern mit den Geldern direkt und ohne Umwege mit Nahrung und Kleidung geholfen. Fotos dazu stelle ich in den nächsten Tagen rein.
3. März 2010
Das Beben der Stärke 8,8 und der darauffolgende Tsunami an den Küsten der Regionen Maule und Araucania hat Chile in einen Ausnahmezustand versetzt. Im europäischen Fernsehen werden hoffentlich nicht nur die Plünderungen gezeigt, sondern auch die Realität. In der geht es sehr vielen Menschen sehr schlecht. In viele Ort können Hilfmannschaften noch nicht vordringen, es fehlt an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten. Wie immer bei solchen Katastrophen sind besonders die Menschen betroffen, die eh wenig haben. Bisher wurden über 723 Tote gezählt, es sind aber noch viele Menschen vermisst. Über zwei Millionen Menschen sind obdachlos geworden. Auf dem Juan-Fernandez-Archipel vor der Küste wurde die einzige Ortschaft von dem Tsunami vollständig zerstört. Was nicht das Beben zertsört hat, wurde durch die folgenden Riesenwellen mitgerissen. Bilder und Berichte auf Deutsch findet man hier. Wer helfen möchte, kann das über das Chilenische Rote Kreuz oder über die Caritas Chile tun.
28. Februar 2010
Heute Nacht, um 3.34 Uhr chilenischer Zeit gab es ein schweres Erdbeben in Chile. Das Epizentrum lag im Meer vor der Stadt Concepcion, ca 400 km südlich von Santiago gelegen. Das Beben hatte eine Stärke von 8,8 auf der Richterskala, in Santiago hatte es immerhin noch eine Stärke von 7,0. Es gibt schwere Schäden an den Autobahnen, am Flughafen, die Metro ist gesperrt. Trotzdem ist es relativ ruhig,die Menschen sind nicht panisch und reagieren vorbildlich. Das Beben war lange erwartet worden und schon längst überfällig. Trotzdem erschreckt die Stärke und die Länge des Bebens, welches über eine Minute die Erde zum Zittern brachte. Die aktuellesten Bilder und eine umfassende Berichterstattung…auf Spanisch …gibt es bei TVN . Das Beben ist das siebtstärkste seit der Registrierung der Erdbeben im 17. Jahrhundert. Stark betroffen sind die Regionen Bio Bio und Maule und auch die Städte Valparaiso und Vina del Mar. Zur Zeit ist der Flughafen gesperrt und alle Flüge müssen umgeleitet werden. Sechs Regionen sind zum Katastrophengebiet erklärt worden. Bis eine gewisse Normalität eintritt wird es noch mindestens eine Woche dauern….